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Beppu und Umgebung

Beppu und Umgebung

Da wir ein Auto gemietet haben konnten wir gut die Umgebung erkunden. Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn man Kyushu besucht mobil zu sein. Es fällt uns zwar extrem schwer die 40 km/h Tempogrenze zu halten. Die Strassen aber sind gut und die Kurven die sich auf dem englisch sprechenden GPS abzeichnen eigentlich prädestiniert für einen Ausflug mit dem Motorrad…

Wären da nicht die Temposchilder die einem aus dem Traum erwachen liessen. So hatte man dafür mehr Zeit die herbstliche Farbenpracht der vorbei rauschenden Landschaft zu geniessen. Oder man erschreckte sich ab den Autos die einem frontal entgegen kamen. Tatsache war, dass wir manchmal auf der falschen Seite fuhren, ja das mit dem links fahren ist nicht immer ganz so einfach.

Unser erstes Ziel für heute waren die Buddah Skulpturen von Usuki. 54 Statuen in exzellentem Zustand aus dem 5. bis 8. Jahrhundert gab es zu besichtigen darunter einer der schönsten Darstellungen des Kopfes des Buddah Dainichi aus dieser Zeit.

In Useki gab es auch noch die Schlossruinen zu besuchen, mehr als eine Mauer gab es allerdings nicht zu mehr zu sehen. Etwas enttäuscht gingen wir weiter. Die nächste grössere Stadt Oita hatte ebenfalls nicht sehr viel zu bieten. Wir fuhren weiter nach Beppu. Bekannt für die heissen Quellen und zahlreichen Onsen war da schon mehr zu sehen. Wir sahen uns die vielen Dampfenden Höll-Löcher. Heisse rauchende und schweflige Quellen. Vom Umi Jigoku (Meereshölle) bis zum Kinryu Jigoku (Hölle des goldenen Drachens) haben wir uns alles angeschaut.

 

Mount Aso

Mount Aso

Man bezeichnet das Gebiet des Mount Aso als Bauchnabel von Kyushu. Die fünf vulkanischen Berge sind Teil eines Kraterrings der einen Umfang von 128 km misst. Das macht den Aso zum grössten aktiven Vulkangebiet der Welt. – Unser Ziel war heute der Nakadake Krater.

Der Krater ist 130 m tief und hat einen Durchmesser von 600 m. Der Vulkan ist der aktivste der fünf des Aso Gebietes. Regelmässig stösst er toxische Gase aus. Seit August 2014 sind die Werte wieder gestiegen und die Sicherheitsmassnahmen haben sich erhöht. Deshalb war es auch nicht möglich bis zum Kraterrand aufzusteigen. Im 3 km entfernten Vulkan Museum gab es eine Live Übertragung der im Vulkan installierten Überwachungskameras welche es erlaubten aus sicherer Distanz die Aktivitäten zu beobachten. Damit konnten wir uns aber nicht wirklich zufrieden geben.

Zufällig entdeckten wir einen Helikopter der regelmässig auf einem Parkplatz landete. Es gab kaum Leute die sich dafür interessierten also peilten wir den improvisierten Verkaufsstand in Form eines Wohnwagens an. Um 20’000 Yen erleichtert sassen wir wenig später im Cockpit des kleinen Hubschraubers. Der genaue „8 Minuten Flug“ hat sich jedenfalls gelohnt. Der Pilot nahm sich sogar die Mühe ein paar Wörter in Englisch zu sprechen. Wegen dem Lärm verstand man jedoch nicht wahnsinnig viel.

Die Bilder waren eindrucksvoll und sprachen schlussendlich für sich. Man wusste jedoch manchmal nicht recht was jetzt vulkanischer Dampf war und was die wegen der zunehmenden Bewölkung Wetterwolken waren. Aber der Flug entlang dem Kraterrand war überwältigend, es hat sich auf jeden Fall gelohnt auf diese Weise den Vulkan zu besuchen.

HANA KOEN

HANA KOEN

Der heutige Tag sollte Regen bringen, deshalb haben wir uns keine grossen Pläne vorgenommen. Um 14 Uhr reservierten wir für uns den Privat Onsen, es blieben uns zuvor noch ein paar Stunden um die Gegend weiter zu erkunden.

Wir fuhren zum Mount Aso Geo Park ganz in der Nähe. Offensicht war da aber gar nichts. Jemand hat wohl die Tafel vergessen zu demontieren. Zwar haben wir einen Weg gefunden der irgendwohin führte, der letzte Tourist ging da aber wahrscheinlich vor zehn Jahren durch. Ohne Machete war es schwierig sich durch das Schilf zu kämpfen. Wir brachen die Übung ab und steuerten das nächste Ziel an.

Im Hana Koen (Blumenpark) war schon etwas mehr los. Aus den Lautsprechern der Anlage ertönte entspannendes Vogelgezwitscher und Glockenspiele. Die Farbenpracht der Blumen waren ein schöner Kontrast zum eher düsteren Himmel.

Zurück im Hotel wollten wir dann eben in den Onsen den wir reserviert haben aber der Dummkopf vom Empfang hatte die Tage verwechselt. Es gab dann schon noch ein Bad in der heissen Quelle aber  eher einfach in einem Loch im Garten statt im romantisch dekorierten Private Spa.

 

 

KUJU SAN – ERSTBESTEIGUNG

KUJU SAN – ERSTBESTEIGUNG

Unsere Anreise nach Japan dauerte innsgesamt 24 Stunden. Der Flug nach Nagoya über Helsinki war sehr anstrengend, zu viel Zeit zum denken tauschte sich ab mit dem Ärger über die schnarchenden Flugnachbarn und der schlechten Filmauswahl.

In Nagoya kaufte ich mit meinem spärlichen Japanisch unsere Zug Tickets, weiter ging es dann mit dem Nozomi Superexpress mit 300 km/h ins über 700 km entfernte Fukuoka wo wir ein Auto gemietet haben. Noch einmal 3h unterwegs erreichten wir dann endlich unser Ziel, Taketa. Wir sind hier im Resonate Club Kuju. Natürlich zu spät angekommen gab es nichts mehr zu Essen. So fielen wir mit Jetlag in’s Bett um wenigstens am Morgen wieder fit zu sein.

Da ich schon lange nicht mehr richtig gegessen habe verschlang ich am folgenden morgen vom japanischen Frühstück, sprich Fisch, über das kontinentale bis zum Buttergipfel alles.

Energiegeladen ging es dann los… nur wohin. Eine englische Karte des Gebietes scheint es nicht zu geben und der Typ vom Empfang spricht weniger englisch als ich japanisch. So blieb uns nichts anderes übrig um einfach ziellos den schöneren Zeichen der Strassenschildern zu folgen und der Mehrzahl der jeweiligen Richtungspfeile. Nachdem wir eine Sehenswürdigkeit in Form von einer Quelle gestreift habe. Fuhren wir verloren weiter bis wir zu einen überfüllten Parkplatz kamen.

Die Idee war es irgend einen Hügel zu erklimmen um sich mal orientieren zu können. So folgten wir all den Menschen die sich vom Parkplatz her nach oben zum Kuju San (1791m) bewegten. Auf dem Weg zum zweitgréssten Berg von Kyushu, begrüssten wir die uns entgegen kommende Wanderschar mit gefühlten 15’000 „Konnichi wa’s“.

Der Aufstieg glich ein wenig einer Völkerwanderung, fast ein wenig wie die Strecke Zürich nach Bern in den Stosszeiten. Aber es war natürlich eine lustige Erfahrung. So scherzten wir mit ein paar kommunikative Japaner halb englisch ein wenig japanisch aber vor allem in Zeichensprache. Während dem Gipfelsturm begegneten wir nur zwei nicht asiatischen Touristen ein Zeichen dafür wie abgelegen wir hier sind.

Zurück im Hotel, gönnten wir uns dann ein wenig Entspannung im eigenen Ofuro. Gerollt wie ein Sushi im heissen Wasser mit einem Bier holte uns dann der Jetlag wieder ein. Nach dem langersehnten japanischen Dinner in Form eines ausgiebigen Kaiseki Menu, rundeten wir den Tag mit einer kleinen Degustation japanischer Whiskys ab. Dazu klimperte ein in Kyushu gestrandeter kanadischer Pianist, sein Repertoire an herzzerreissenden Schnulzen von Hotel California der Engels bis zu Imagine von John Lennon. Zeit den Tag abzuschliessen und schlafen zu gehen. – Oyasumi Nasai!