Unsere Anreise nach Japan dauerte innsgesamt 24 Stunden. Der Flug nach Nagoya über Helsinki war sehr anstrengend, zu viel Zeit zum denken tauschte sich ab mit dem Ärger über die schnarchenden Flugnachbarn und der schlechten Filmauswahl.

In Nagoya kaufte ich mit meinem spärlichen Japanisch unsere Zug Tickets, weiter ging es dann mit dem Nozomi Superexpress mit 300 km/h ins über 700 km entfernte Fukuoka wo wir ein Auto gemietet haben. Noch einmal 3h unterwegs erreichten wir dann endlich unser Ziel, Taketa. Wir sind hier im Resonate Club Kuju. Natürlich zu spät angekommen gab es nichts mehr zu Essen. So fielen wir mit Jetlag in’s Bett um wenigstens am Morgen wieder fit zu sein.

Da ich schon lange nicht mehr richtig gegessen habe verschlang ich am folgenden morgen vom japanischen Frühstück, sprich Fisch, über das kontinentale bis zum Buttergipfel alles.

Energiegeladen ging es dann los… nur wohin. Eine englische Karte des Gebietes scheint es nicht zu geben und der Typ vom Empfang spricht weniger englisch als ich japanisch. So blieb uns nichts anderes übrig um einfach ziellos den schöneren Zeichen der Strassenschildern zu folgen und der Mehrzahl der jeweiligen Richtungspfeile. Nachdem wir eine Sehenswürdigkeit in Form von einer Quelle gestreift habe. Fuhren wir verloren weiter bis wir zu einen überfüllten Parkplatz kamen.

Die Idee war es irgend einen Hügel zu erklimmen um sich mal orientieren zu können. So folgten wir all den Menschen die sich vom Parkplatz her nach oben zum Kuju San (1791m) bewegten. Auf dem Weg zum zweitgréssten Berg von Kyushu, begrüssten wir die uns entgegen kommende Wanderschar mit gefühlten 15’000 „Konnichi wa’s“.

Der Aufstieg glich ein wenig einer Völkerwanderung, fast ein wenig wie die Strecke Zürich nach Bern in den Stosszeiten. Aber es war natürlich eine lustige Erfahrung. So scherzten wir mit ein paar kommunikative Japaner halb englisch ein wenig japanisch aber vor allem in Zeichensprache. Während dem Gipfelsturm begegneten wir nur zwei nicht asiatischen Touristen ein Zeichen dafür wie abgelegen wir hier sind.

Zurück im Hotel, gönnten wir uns dann ein wenig Entspannung im eigenen Ofuro. Gerollt wie ein Sushi im heissen Wasser mit einem Bier holte uns dann der Jetlag wieder ein. Nach dem langersehnten japanischen Dinner in Form eines ausgiebigen Kaiseki Menu, rundeten wir den Tag mit einer kleinen Degustation japanischer Whiskys ab. Dazu klimperte ein in Kyushu gestrandeter kanadischer Pianist, sein Repertoire an herzzerreissenden Schnulzen von Hotel California der Engels bis zu Imagine von John Lennon. Zeit den Tag abzuschliessen und schlafen zu gehen. – Oyasumi Nasai!