Ich bin schon viel für das Karate gereist. Lissabon, Stavanger, Berlin, London und Paris – aber noch nie war ich in Tokyo, dem Karate-Mekka der Welt. Nun war es endlich soweit. Ich flog also nach Japan, um im Hombu Dojo zu trainieren.

Natürlich war ich nervös und selbst als ich im Flugzeug sass, konnte ich es nicht glauben, dass ich jetzt tatsächlich meinen Traum vom Training im Hombu Dojo realisiere. Ich hatteein wenig Zweifel, ob ich später in Tokyo auch alles finden würde. Hotel, Dojo oder überhaupt den Weg vom Flughafen in die Stadt. Diese Sorgen waren jedoch unbegründet, denn

schon am Flughafen traf ich meine Freunde aus Frankreich. Ich schloss mich Ihnen an, denn sie kannten sich in Tokyo schon aus.

Nach einem Abstecher nach Kyoto, wo ich eine Freundin besuchte, stand dann ganz das Training im Vordergrund. Im Dojo selber waren schon einige Ausländer, da am Donnerstag das jährliche JKA Spring Joint Training Camp begann, der Kurs, den ich später auch besuchen wollte. Das Training war kurz aber hart. Ich stand natürlich an meinem Stammplatz, vorderste Reihe in der Mitte. Und natürlich habe ich mich 200% angestrengt. Ich kam an meine Grenze, aber ohne den Spass zu verlieren. Im Vordergrund stand das Kihon-Training, welches wirklich streng war. Immer und immer wieder wurden die Techniken repetiert. Bis der eigentliche Kurs am Donnerstag begann, habe ich natürlich neben dem Training auch noch ein wenig die Stadt besichtig.

Früh am Morgen ging ich mit den Franzosen nach Tsukiji, um die Stimmung auf dem Fischmarkt zu erleben. Das Sushi und das Bier zum Frühstück schmeckten besonders fein.

Shopping in Ginza und vor allem in Asakusa war auch ein Erlebnis. Die gepflegten Parkanlagen in der Stadt sind schön und man kann dort inmitten der sonst so hektischen Stadt wunderbar entspannen.

Doch zurück zum Karate. Am Donnerstag begann dann der Kurs. Karateka aus allen Ecken der Welt warennach Tokyo gekommen. Die Stimmung war wie an einem grossen Kongress. Man diskutierte, trainierte und tauschte Adressen aus. Das Training war nicht so hart wie die normalen Klassen im Hombu Dojo. Zum einen waren einfach zu viele Leute da, zum anderen war es auch mehr ein Instruktorenkurs. Es wurde also mehr auf technische Details eingegangen, als stundenlang Kihon zu trainieren. Die Atmosphäre war wirklich sehr schön.

Um 9.00 Uhr begann das Training. Am Mittag assen alle im Dojo, bis es dann später mit dem Training weiterging. Am Abend war auch immer etwas los. Ich muss schon sagen, ich bin nicht besonders viel zum Schlafen gekommen. Aber es war auch alles zu spannend und aufregend. Eine Woche Tokyo ist leider viel zu wenig, aber ich weiss jetzt, dass es mir dort gefällt, und plane wieder zu gehen. Das nächste Mal sicher länger.